Keimschleudern im Haushalt

Kennen Sie diese 8 Keimschleudern im Haushalt?

Ganz klar: Keime und Bakterien gibt es überall! Es wäre auch nicht gesund für uns, wenn wir in einem keimfreien Zuhause leben würden. Unser Immunsystem “braucht” im Prinzip Bakterien, um aktiv und stark zu bleiben. Dennoch ist es natürlich wichtig auf eine gewisse Hygiene zu achten, damit sich keine gefährlichen und krankmachenden Keime bilden oder ansiedeln. Da erzählen wir nichts Neues! Und deswegen sind die meisten Leute auch zum Beispiel sehr penibel, was die Reinigung der Toilette angeht, da wir hier schließlich die meisten Krankheitserreger befürchten. Dabei vergessen manche allerdings gerne, dass auch viele andere Dinge des alltäglichen Lebens ein Paradies für Keime sind! Hier finden sich oft mehr Bakterien, als auf der Toiletten-Brille, da diesen Dingen wesentlich weniger Aufmerksamkeit bezüglich der Reinigung geschenkt wird. Das wollen wir jetzt mal ändern und erklären den oft vergessenen Keimschleudern im Haushalt den Kampf!

 

 

1. Kaffeemaschine

Für Viele ist der Kaffee am Morgen nicht weg zu denken – von daher sollten Sie Ihrer Kaffeemaschine unbedingt ein wenig Hygiene gönnen. Mit vielen Keimen kommt der Organismus eines gesunden Menschen zum Glück gut zurecht. Aber alleine die Vorstellung, dass sich im Wasser oder in den Schläuchen ein Biofilm gebildet hat, lässt die Freude über den frischen Kaffee abflauen.

Deswegen folgende Tipps: Den Wasserbehälter jeden Abend ausleeren und mit ein wenig Spüli und einem Spülschwamm auswischen. Den Kaffeesatz und das Wasser-Auffang-Becken ebenfalls alle 1-2 Tage leeren und mit klarem Wasser durchspülen. Außerdem sollten Sie die Maschine regelmäßig entkalken und bei Kapselmaschinen den Kapselbehälter ebenfalls täglich reinigen. Aber bitte nicht mit einem alten, verschmutzten Spülschwamm – sonst können Sie es eigentlich direkt sein lassen 😉

 

2. Spülschwamm und Lappen

Wir könnten ihn zum Sieger erklären, wenn es nicht so traurig wäre! Der Spülschwamm ist oft alles andere als sauber – Forschungen belegen, dass neun von zehn Schwämmen theoretisch als gesundheitsgefährdend eingestuft werden müssten. Der Spüllappen kommt mit ziemlich vielen Bakterien in Kontakt: Lebensmittelreste von Arbeitsplatten, das schnelle Abwischen von Schneidebrettchen, mal kurz was Ausgelaufenes aus dem Kühlschrank weg wischen oder eventuell noch den Soßenklecks vom Fußboden entfernen. Da kommt schon so einiges zusammen und in dem feucht-warmen Klima (während der Schwamm auf der Spüle Pause macht) können sich Viren und Co. wunderbar vermehren.

Gegenmaßnahmen: Den einfachen Spülschwamm (den es meist im preisgünstigen Dreierpack zu kaufen gibt), sollten Sie wirklich einmal die Woche komplett ersetzen. Robustere Spüllappen oder Tücher sollten einmal die Woche in die Waschmaschine kommen und dort bei mindestens 60 Grad eine Runde drehen. Verwenden Sie dabei besonders für Tücher aus Mikrofaser keinen Weichspüler – der schadet den Fasern!

Ähnliches gilt übrigens für Geschirrhandtücher! Auch diese sind häufig mit Keimen belastet, wenn sie zu selten ausgetauscht werden. Dabei werden sie so oft benutzt, um mal eben die Hände, Töpfe oder das Geschirr zu trocknen. In Haushalten mit kleinen Kindern wird so ein Geschirrhandtuch übrigens noch wesentlich schneller verunreinigt. Daher raten wir auch hier: je nach Nutzung ungefähr alle zwei Tage austauschen bzw. das schmutzige Handtuch bei mindestens 60 Grad Celsius waschen.

 

3. Schneidebretter

Auch die Schneidebretter sind beliebt für Bakterien und Mikroorganismen! Keine schöne Vorstellung, da doch letztendlich alles vom Brettchen auch in unserem Magen landet.
Zwar kann man Kunststoff-Brettchen bei hohen Temperaturen in der Spülmaschine reinigen, aber auch hier können sich in tieferen Furchen (durch Messerschnitte) Keime festsetzen. Experten empfehlen die Schneidebretter generell zu trennen: also eines für Fleisch und Fisch und ein anderes immer für Gemüse oder Obst. (Achtung: schneiden Sie auch bitte nicht mit dem Fleischmesser das Gemüse!) Nach Verwendung gehören die Brettchen in die Spülmaschine oder sollten gründlich per Hand gereinigt werden. Wichtig ist es, dass die “Fleisch-Brettchen” bei 60 Grad Celsius gereinigt werden, damit gefährliche Erreger vollständig abgetötet werden.

Außerdem wichtig: die Bretter gut trocknen lassen, da viele Keime nicht trocknungsresistent sind. Holzbretter sind nachweislich übrigens nicht zwangsläufig keimbelasteter als Schneidebretter aus Kunststoff.

 

4. Wasserhahn

Meistens benutzen wir den Wasserhahn, um etwas abzuspülen oder um die Hände zu waschen. Blöd nur, wenn dieser mit Bakterien besiedelt ist! Der Grund dafür liegt im wahrsten Sinne des Wortes “auf der Hand”. Wir schneiden zum Beispiel das Fleisch oder schlagen die Eier für den Kuchen auf. Anschließend betätigen wir den Wasserhahn, um uns die Hände zu waschen. Schließlich wissen wir ja alle, dass an diesen Lebensmitteln Krankheitserreger hängen können. Eben diese übertragen wir dann aber auch auf den Wasserhahn! (Im Badezimmer besteht das gleiche Problem!)

Deswegen ist es sehr wichtig, den Wasserhahn regelmäßig und gründlich zu reinigen. In einer Küche, die täglich zum Kochen genutzt wird, sollten Sie abends auch einmal den Hahn abwaschen. Dazu reichen ein (sauberer!!!) Schwamm, Spülmittel und warmes Wasser. Sie brauchen keinen besonderen Hygiene-Reiniger.

 

5. Drücker der Toilettenspülung und der Griff der Klobürste

Es müsste eigentlich selbstverständlich sein, aber hin und wieder werden diese Dinge in unmittelbarer Nähe der Toilette gerne vergessen. Dabei ist es doch einleuchtend, dass sich beim Betätigen der Toilettenspülung Keime auf diese übertragen. Oder eben auch auf den Griff der Klobürste! Denn die Hände werden in der Regel erst NACH dem Benutzen dieser Dinge gewaschen – nachdem sie auch noch den Wasserhahn berührt haben (siehe oben).

Am besten gewöhnen Sie sich an, diese Bereiche genauso häufig wie die Toilette selbst zu reinigen. Ein wenig Essigreiniger reicht schon aus, um hier sehr gute Ergebnisse zu erzielen.

 

6. Tastatur und Computer-Maus

Haben Sie schon mal Ihre Tastatur gereinigt? Oder noch besser: die Ihres Teenagers mit eigenem Computer im Zimmer? Es ist unglaublich, wass da alleine raus rieselt, wenn die Tastatur einmal umdreht und ein bisschen schüttelt: Kekskrümel, Hautschuppen, kleine Härchen … um mal nur ein paar Dinge aufzuzählen. Ebenso die Oberfläche dieser Geräte ist keimbelastet – schließlich ist sie permanent mit unseren Händen in Kontakt, die wiederum vom letzten Besuch auf der Toilette, der Türklinke oder dem Essen zwischendurch mit Bakterien “belastet” sind. Jetzt sind die Keime in den eigenen vier Wänden oder am eigenen Computer im Büro ja irgendwie “selbst produziert” und für unseren Organismus nicht gefährlich. Wenn Sie allerdings öffentlich zugängliche Computer in Internetcafes oder Bibliotheken nutzen, sollten Sie ein paar Desinfektionstücher dabei haben. Sicher ist sicher.

 

7. Smartphone

Unser geliebtes Smartphone – ein täglicher Begleiter – hat ebenfalls manchmal mehr Keime im Gepäck, als die Klobrille! Es ist ja schließlich überall dabei und mehrmals täglich in Kontakt mit unseren Händen. Wir verraten kein Geheimnis mit dem Hinweis, dass viele ihr Smartphone mit auf die Toilette nehmen, aber das ist gar nicht der Hauptgrund für die Verunreinigung. Es sind im Prinzip auch hier unsere Hände. Wir halten uns in der U-Bahn fest und betätigen mit der gleichen Hand das Handy,  schütteln einander die Hände und haben danach das Smartphone in der Hand. Wir niesen. Oder wir kochen und schauen währenddessen auf das Rezept in der Handy-App. Es gibt unzählige Berührungspunkte mit diesem Gerät und eigentlich werden ständig Keime übertragen. Diese halten sich teilweise mehrere Tage!

Reinigen Sie also bitte Ihr Smartphone! Das geht ganz leicht mit normalen (feuchten) Brillenputztüchern. Bei rp-online gibt es einen “schönen” Artikel über die Keime auf einem Smartphone.

 

8. Fernbedienung

Nicht ganz so schlimm wie unser Smartphone, aber trotzdem eine heimliche Wohnstätte für Keime, ist die Fernbedienung. Die bleibt doch immer in den eigenen vier Wänden?! Ja, aber: wenn Sie dazu neigen, vor dem Fernseher zu essen, dann verschmutzen Sie zwangsläufig auch die Tasten der Fernbedienung. Oder wir sind erkältet, putzen uns die Nase und schalen anschließend auf ein anderes Programm. Die Keimbelastung ist nicht extrem hoch, aber meistens wird die Fernbedienung eben auch gar nicht abgewischt. Und das sollten Sie ab sofort ändern!

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