Putzlappen Wissen

Der Putzlappen – eine kleine Sachkunde

Die nüchterne Definition auf Wikipedia lautet: „Der Putzlappen […] ist ein Stofftuch zur Reinigung und findet Anwendung bei der Nassreinigung und Trockenreinigung …“. Das ist wohl jedem klar.
Aber trotzdem gibt es eine Menge Wissenswertes zu diesem Thema zu erzählen, zum Beispiel warum die Tücher eigentlich so bunte Farben haben oder welche Materialien sich wofür besonders gut eignen. Die Putzlappen sind unser Werkzeug – selbstverständlich kennen wir uns damit bestens aus!

Oh sind die schön bunt! Haben die Farben System?

Ja – tatsächlich gibt es sämtliche Wischtücher nicht nur auf Grund der Optik in vielen verschiedenen Farben. Diese dienen – und das ist tatsächlich der wichtigere Aspekt – der Unterscheidung. Also für welchen Bereich man den Putzlappen anwendet oder angewendet hat. So lässt sich verhindern, dass der gleiche Lappen, mit dem man rund um den Sanitärbereich gewischt hat, später die Arbeitsplatten in der Küche säubert. Kurz gesagt: es geht um Hygiene! Es gibt ein klassisches Vier-Farb-System, welches in der Gebäudereinigung Standard ist. Die Reinigungskräfte wissen so immer genau, welche Materialien für welchen Bereich zu nutzen sind und es besteht auch keine Verwechslungsgefahr.

Auch in Ihrem privaten Haushalt sollten Sie sicher gehen, dass die Schwämme oder Putzlappen nicht untereinander vermischt werden – sonst können Sie sich die ganze Arbeit eigentlich auch sparen!

Das Vier-Farben-System funktioniert folgendermaßen:

ROT

Rot ist eine Warnfarbe und deswegen ist es auch logisch, dass sie für die Bereiche eingesetzt wird, in denen es viele Keime und Verunreinigungen durch Fäkalien gibt.
Für den Sanitärbereich mit WC, Urinal und auch den Wandfliesen im „Spritzbereich“ werden rote Eimer und Putzlappen verwendet.

GELB

Wir kennen das aus dem Straßenverkehr: auch Gelb bedeutet so viel wie „Aufgepasst“. Sei es als Begrenzung von Baustellen oder auch einfach das gelbe Licht an der Ampel, welches den Wechsel auf Rot ankündigt. Gelb ist also auch eine Warnfarbe, nur schwächer als Rot.
Gelbe Putzlappen gehören ebenso in den Sanitärbereich, aber für die weniger keimbelasteten Dinge wie zum Beispiel Waschbecken, Spiegel, Ablagen, Badewannen, Duschkabinen oder Fliesen.

BLAU

Meeresrauschen, frische Luft… jetzt wird’s entspannter! Das ist doch eine gute Eselsbrücke, denn die blauen Lappen kommen unter anderem auch im Wohnzimmer zum Einsatz. Generell sind sie für sämtliche „ungefährlichen“ Bereiche zu nutzen: Tische, Regale, Türen, Schreibtische, Heizkörper, Schränke und vieles mehr.

GRÜN

Die Farbe Grün steht nicht nur für eine saubere Umwelt sondern auch für besonders sauber zu haltende Bereiche. Das sind sowohl hygienisch sensible Bereiche wie ein Operationssaal oder alles zum Thema „Pflege“ im Krankenhaus. Die komplett frischen Betten sind im Krankenhaus nicht umsonst mit einer grünen Decke abgedeckt! Aber auch für die Sauberkeit in der Küche werden grüne Putzlappen eingesetzt, denn besonders in Gastronomie-Küchen gibt es strenge Hygiene-Richtlinien. (Reinigung nach HACCP)

 

Putzlappen – so viele unterschiedliche Materialien!

Eigentlich ist der Begriff „Putzlappen“ viel zu abwertend für diese kleinen Wunderwaffen, die oft schon richtige High-Tech-Produkte sind. Nun wollen wir mal versuchen, diese Begeisterung zu erklären:

Mikrofaser

Wir haben über diese Alleskönner bereits in unserem Blog berichtet (Mikrofaser-Tücher). Sie sind strapazierfähig, leicht zu reinigen und machen den Gebrauch von Reinigungsmitteln oft überflüssig.
Die meisten Mikrofaser-Tücher werden aus sehr feinen Polyester-Fäden gewebt.

Baumwolle

Baumwolle ist ein ganz klassisches Material für Wischlappen und wird auf Grund seiner hohen Strapazierfähigkeit gerne für große Bodentücher verwendet. Diese sind dann sehr saugfähig und vor allen Dingen kochfest – so lassen sich Keime wieder abtöten.

Polyurethan (PUR) – Kunststoffe/-harze

Schwämme oder auch Schwammtücher sowie Kunstledertücher werden aus diesem Material gefertigt bzw. damit kombiniert. Die typischen Haushalts-Schwämme sind aus dem weichen PUR-Schaumstoff gefertigt.

Leder

Echte Ledertücher aus gegerbtem Leder von Wild, Schaf, oder Ziege, sind sehr weich und saugfähig. Diese Tücher werden gerne für die Reinigung von glatten Oberflächen genommen. Fusselbildung sollte nach ein paar Anwendungen eigentlich kein Problem mehr sein!

 

Nicht nur das Material, sondern auch die Struktur macht den Unterschied!

Die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen der Putzlappen dienen den ebenso unterschiedlichen Anwendungen. So gibt es zum Beispiel Frottee-Tücher, deren locker gewebten Schlingen eine gute Reibfläche bieten. Die Herleitung aus dem Französischen mit „frotter“ als „abreiben“ trifft es sehr gut. Die Tücher können selbst gröberen Schmutz sehr gut aufnehmen. Allerdings besteht die Gefahr, dass man, mit dem in den Lappen festsitzendem Schmutz, empfindliche Oberflächen zerkratzen kann. Lack- oder Glasoberflächen sollte man damit also nicht reinigen!

Des Weiteren gibt es sehr weiche Putzlappen aus Velours, mit offenen Fasern und ohne Schlingen.
Sie sind wesentlich flacher als Frottee-Tücher und können auch nicht viel Schmutz aufnehmen. Genua das qualifiziert sie aber für die Reinigung empfindlicher Oberflächen und sie hinterlassen auch kaum Fasern nach dem Wischen zurück.

Tücher mit Waffelmuster werden gerne für große Wischtücher zur Bodenpflege eingesetzt, da sie große Mengen Schmutz aufnehmen können.

Schwammtücher sind sehr günstig, aber zur Reinigung von Oberflächen nicht geeignet, da sie ziemliche Schlieren hinterlassen. Sie können eingesetzt werden, um grobe Verschmutzung zu lösen – hinterher muss aber ein anderer Lappen zum Einsatz kommen.

Kommentare
  • Müllers Putzlappen

    Ich finde Ihr habt das wirklich gut, kurz und knackig auf den Punkt gebracht ! Sehr schön !

    • Merbeck

      Danke 🙂

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