Geschichte des Putzens

Eine kurze Geschichte des Wischs – Hausputz von der Antike bis heute

Von der Höhle bis zum High-Rise – der Mensch bleibt nicht gerne lange in dem sitzen, was seine Anwesenheit erzeugt. Die Toleranz gegenüber hygienischer Missstände in Innenräumen veränderte sich fortwährend mit den Zeitaltern. Dabei gaben sich Rückschritt und Fortschritt die Klinke in die Hand. Wir nehmen euch auf eine flotte Reise vom Urknall des Schrubbens bis Heute.

Wir werden die Frage nicht beantworten, ob vor den Menschen ein Putzosaurus existierte, der sein Nest ordentlich hielt oder ob Herr und Frau Neandertaler stritten, weil die schmutzige Keule auf dem Essfels lag.  Fakt ist aber, dass zu den historisch belegten Vorstellungen der Menschen von Sauberkeit einiges zu erzählen gibt.

Der ganz frühe Putzvogel – blitzblanke statt graue Vorzeit?

Es existieren Hinweise auf das Vorhandensein von Hygienebewusstsein bereits in prehistorischen Zeiten. Vor 7.000 Jahren fanden die Babylonier heraus, dass verunreinigtes Wasser eine Ursache für Krankheiten darstellt. Sie entschieden sich deshalb, täglich frisches Wasser zu verwenden.

Zusätzlich reinigten die Mesopotamier ihre Wohnräume mit Nebenprodukten, die während der Ernte abfielen. Die Kombination Stroh und Stock ergab einen primitiven, aber dennoch nützlichen Besen, mit dem man fleißig die Innenräume reinigte.

Saubermachen in der Antike – erste Putzphilosophie oder Stinkus Maximus?

Etwa 5.000 Jahre später stellte der Grieche Hippocrates fest, dass regelmäßiges Saubermachen das Auftreten von Krankheiten deutlich eindämmt. In Pompeji zierte ein Bild der Stadtgöttin Tyche und dem Satz „Cacator cave malum“ („Scheißer, hüte dich vor Ärger“) eine Hauswand. Da darf man doch davon ausgehen, dass einen das Bauchgefühl nicht trügt und Römer und Griechen bereits Weltmeister in Sachen Reinlichkeit waren?

Die Wahrheit ist ein wenig ernüchternd. Die Römer besaßen Kanalisationen und öffentliche Badehäuser. Archäologische Funde beweisen, dass man es beim Hausputz aber nicht so genau nahm. In vielen Häusern befand sich die Toilette in der Küche. Der Grund dafür war die gemeinsame Nutzung eines Abflusses für beide Zwecke.

Cato der Ältere empfahl daher eine tägliche Reinigung der Kochgebiete. Gemäß dem Grundsatz „das tritt sich fest“ wurden die Abfälle jedoch weiterhin meist zusammen mit der Asche in den Lehmboden eingetreten. Auch die Küchenabfälle entsorgten die Römer oft im Inneren des Hauses.

Mit dem Aufkommen der Steinböden schenkten die Römer der Reinigung im Inneren mehr Aufmerksamkeit. Erledigt wurde diese in Rom wie im antiken Griechenland meist von Sklaven. Diese schrubbten in regelmäßigen Abständen den teuren Teil des Inventars, wie z.B. Skulpturen und edles Mauerwerk.

Man kann der Antike also keinesfalls einen Putzzwang unterstellen, aber ein Grundgefühl für gepflegte Innenräume war durchaus vorhanden. Viel davon sollte bald schon wieder verloren gehen…

Putzen im Mittelalter – klingt wie ein Widerspruch, ist auch einer!

Tja, das Mittelalter wird gerne als dunkles Zeitalter bezeichnet. Leider zu Recht. Auch eine Recherche hinsichtlich der Putzgewohnheiten der Epoche liefert ein bescheidenes Bild. Lediglich auf Darstellungen in der jüdischen Haggadah, dem Leitfaden in Form eines Buches zur Durchführung des Erav Pessach (Fest zur Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei), gibt es bildliche Belege dafür. Bestandteil der Vorbereitungen war auch eine gründliche Reinigung des Hauses.

Ansonsten ist die Informationslage mau, was vermuten lässt, das niemand wirklich seinen Saustall beseitigte. Das ist angesichts völlig überfüllter und verschmutzter Städte auch nicht verwunderlich. Wer sich bei der eigenen Hygiene schon nicht auskennt, wird nicht den Mopp schwingen. Cholera, Pocken, Diphterie und Tuberkulose sagten danke. Die Lebenserwartung lag bei unter dreißig Jahren.

Zwischen Mittelalter und Neuzeit – im Dreck und gleichzeitig auf dem Sprung hinaus

Antony Van Leeuwenhoek entdeckte mit seinen Mikroskopen im ausgehenden 17. Jahrhundert diverse Bakterienarten wie z.B. Kokken, Bazillen oder Spirillen. Langsam stieg das Bewusstsein dafür, dass kleine Biester im Zusammenhang mit der großen Seuche stehen. Viele Menschen beschäftigten sich mehr mit der eigenen Körperhygiene.

Doch das Wissen kam freilich nicht bei allen an. In New York erinnerten die Lebensumstände immer noch an die Epoche davor. Zwar stieg die Lebenserwartung auf 40 Jahre, dennoch wüteten Epidemien immer wieder ungehemmt.

Auch zu Beginn der industriellen Revolution herrschten in vielen Hausalten furchterregende Zustände. Doch langsam kam Bewegung in die Sache. Die Entdeckung des Zusammenhangs zwischen Keim und Krankheit führte zur Entwicklung von Seifen, Desinfektionsmitteln und Pharmazeutica.

Die Menschen erkannten, dass sie den verheerenden Krankheiten nicht hilflos gegenüberstanden. Revolutionäre Maßnahmen wie Müllsammlung, die Aufbereitung von Wasser oder Gesundheitsämter verbesserten die Situation rapide. Ab sofort wusch man sich regelmäßig. Die Kindersterblichkeit sank, die Lebenserwartung stieg auf über 70 Jahre.

Gerade Deutschland tat sich in puncto Innovationen durch seine florierende Chemieindustrie hervor. Viele ihrer Entdeckungen ließen sich beim Hausputz einsetzen. Die ersten Spezialreiniger für Teppiche oder Porzellan hielten Einzug in die Haushalte.

Machen wir uns allerdings kein falsches Bild: Die meisten der Errungenschaften blieb den Superreichen, wie z.B. englischen Dukes und Earls vorbehalten. Sie ließen sich ihre Häuser von ihren Diener reinigen, die dazu bereits unterschiedliche Reiniger für unterschiedliche Teile des Hauses oder Oberflächen nutzten.

Der einfache Mann hingegen zog vom Land in die vollgestopften Städte, wo der verringerte Platz zwangsläufig mehr Dreck zur Folge hatte. Gerade wo die Fabriken standen, hielten sich lange Zeit hartnäckig die mittelalterlichen Zustände.

Putzen in der Moderne – von 1900 bis heute:

Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts nahmen die Frauen das Ruder in die Hand. In bürgerlichen Haushalten war Putzen Teil der Aufgaben der Dienstbotinnen, beaufsichtigt durch die Dame des Hauses. Der Dienstplan sah vor, einmal wöchentlich die Küche zu scheuern und einen Fensterputz im zweiwöchigen Rhythmus. Der Status der Bediensteten legte die Gesindeordnung fest. Er war gleichzusetzen mit der Rechtlosigkeit gegenüber der Herrschaft. In dem Zusammenhang ist es nicht verwunderlich, dass eine Dienstbotenflucht einsetzte, die einen erheblichen Personalmangel zur Folge hatte.

Damit öffneten sich Tür und Tor für die elektronischen Haushaltshilfen. Schon 1902 gab es die ersten Staubsauger. In den 1950er-Jahren machten die Medien die Frauen zur Geschäftsführerin des Familienunternehmens. Bis in die 1960er-Jahre hinein galt ein akkurat gepflegtes Eigenheim als Stolz einer jeden Ehefrau. Schließlich ersparte man sich Peinlichkeiten, da ja ständig jemand an die Tür klopfen konnte. Putzrituale bestimmten den Wochenplan.

Die Zukunft – Wir sind die Roboter – oder doch besser jemand, der Ihren Wunsch nach Sauberkeit versteht?

Mittlerweile haben wir es fast geschafft, dass nicht nur bestimmte Gruppen der Gesellschaft ihren Teil zur Schmutzentfernung beitragen. Außerdem führen wissenschaftliche Erkenntnisse immer mehr zu einem Gefühl der Verantwortung beim Thema Hausputz. Der technologische Einfluss auf die Reinigung der Innenräume steigt. Saugeroboter drehen bereits vielerorts ihre Runden.

Technik allein ersetzen allerdings längst nicht immer Know-How und Gründlichkeit. Besonders von Unternehmern wird gefordert, ihre Räumlichkeiten unter Berücksichtigung des Umweltgedankens reinigen zu lassen. Die Hans Merbeck Gebäudereinigung GmbH greift auf traditionelles Fachwissen wie auch auf moderne Methoden zurück. Sprechen Sie uns an, wenn Sie in diesem Punkt zukünftig nicht auf der Stelle treten möchten.

Impressum | Datenschutz